AKTUELLES
Newsletter 2/2019
03.07.2019

Liebe Mitstreiter, Freunde und Interessierte,

kurz vor den großen Ferien in NRW wird es Zeit für einen neuen Newsletter in Sachen Ultranet. Schon ist die erste Hälfte des Jahres 2019 ins Land gegangen. Wir haben in diesen sechs Monaten dem Protest gegen die im Raum stehende Planung für die HGÜ Hybridtrasse Ultranet weiter ein Gesicht gegeben. In dieser Zeit gab es Treffen mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Bareiß (MdB, CDU), Besuche von Bundes- und Landespolitikern, eine Reihe von Informationsveranstaltungen, bei denen wir unsere Öffentlichkeitsarbeit sehr erfolgreich weiterverfolgen konnten, diverse Gespräche mit der Stadtverwaltung, eine Live-Sendung im WDR Radio sowie diverse TV-Beiträge.

Unser Ziel – und das der Stadtverwaltung Pulheim – ist klar umrissen: Für den Ortsbereich Pulheim Geyen kann nur eine alternative Trassenführung eine Lösung bringen. In Abstimmung mit der Stadtverwaltung wurde ein Vorschlag in Form einer Verschwenkung entwickelt. Diese würde sowohl den Bereich Blumenweg/Domkreuz/Mittelweg als auch den Bereich Parkstraße/Baadenbergstraße bis hin zum Nellesweg entlasten. Mit der alternativen Trassenführung würde die Versetzung von mindestens vier der zwischen 75 und 90 Meter hohen Masten einhergehen, die sich derzeit noch in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung befinden.

 

WDR 5 Stadtgespraech und Strommast
17.05.2019

Am 16.05.2019 sendete WDR 5 aus dem Blumenweg in Pulheim-Geyen ein "Stadtgespräch" mit dem Titel:

"Energiewende auf unsere Kosten? Bürger kämpfen gegen neue Stromtrassen"

Den Moderatoren Raplh Erdenberger und Frederike Müllender gelang es, mit den geladenen Gästen auf der Bühne:

  • Prof. Andreas Pinkwart (Energieminister NRW)
  • Sebastian Locker (PBU e.V.)
  • Klaus Wewering (Amprion)
  • Prof. Alexander Lerchl (Biologe)

und den über 200 besorgten Bürgern, eine emotionale Diskussion zu führen und dabei innerhalb von einer Stunde den Bogen von der Sinnhaftigkeit des Ultranets im Allgemeinen bis hin zur Kernfrage in Pulheim im Speziellen zu spannen:

Warum wird der – sich aus dem Vorsorgeprinzip gebotene – Abstand zur Wohnbebauung nicht eingehalten, obwohl Platz im vorgegebenen Trassenraum vorhanden ist?


Hören Sie hier das gesamte Stadtgespräch (60 Minuten)

 

Um Herrn Prof. Andreas Pinktwart für seine Teilnahme an der Diskussion zu danken aber auch um lösungsorientiert im Dialog zu bleiben, hat sich die PBU e.V. am 17.05.2019 mit einem offenen Brief an Herrn Prof. Andreas Pinktwart gerichtet.

 

Aktionsbündnisse_gegen_Ultranet
10.04.2019

10.April 2019: Heute entscheiden die Mitglieder des Deutschen Bundestages über einen Gesetzentwurf, der den Energieleitungsausbau erneut beschleunigen soll. Allerdings gibt es bereits seit 2011 das Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG). Nun geht es um „die Beschleunigung der Beschleunigung“. Zu Lasten der Allgemeinheit werden hierbei den Übertragungsnetzbetreibern noch weitreichendere Befugnisse und Rechte zugestanden. Denn künftig sollen deren eigene Interessen für die Errichtung und Inbetriebnahme von Stromleitungen, Gaskraftwerken und Speicheranlagen genügen, ungeachtet des „öffentlichen Interesses“ oder einer ausreichenden und dem Gemeinwohl dienenden abgeschlossenen Bedarfsfeststellung. Diese Gesetzesfassung widerspricht der Verpflichtung für eine freie und soziale Markwirtschaft, ist gegen die Energiewende gerichtet und wird damit das Erreichen der Klimaziele verhindern.


PBU_Versuchskaninchen
27.03.2019

Amprion will keinen Präzedenzfall schaffen und lehnt die von PBU e.V. ausgearbeitete und von Pulheims Bürgermeister Frank Keppeler mit Vertretern der Stadtverwaltung in Gesprächen gebrachte Versetzung von vier Masten der Ultranet-Trasse ab.


Buergerinitiative_Niedernhausen_Eppstein
08.02.2019

Am 8. Februar 2019 besuchte Bundesminister Peter Altmaier die geplante Ultranet Trasse im südhessischen Niedernhausen und Eppstein. Dort stellte sich Altmaier zum ersten und bisher einzigen Mal der Kritik der von der umstrittenen Hybridleitung voraussichtlich betroffenen Bürger vor Ort.

Am Nachmittag zogen ca. 600 Menschen durch Niedernhausen, um für Mindestabstand, alternative Trassenverläufe in Form von Verschwenkungen und Erdverkabelung zu demonstrieren. Aufgerufen hatte das Aktionsbündnis Ultranet, in dem sich 18 Bürgerinitiativen entlang der Trasse zusammengeschlossen haben.

Zur anschließenden Diskussionsrunde in der Autalhalle waren ca. 1000 Zuhörer gekommen. Eine gute Gelegenheit, dem Bundesminister längst überfällige und z.T. entlarvende Fragen zu stellen und auch dem ebenfalls anwesenden Leiter der Bundesnetzagentur, Herrn Jochen Homann, auf die vorhandenen Unzulänglichkeiten der Trassenplanung hinzuweisen. Auch dem Bundesamt für Strahlenschutz wurde bzgl. bestehender Gesundheitsrisiken noch einmal auf den Zahn gefühlt.

Altmaier deutete zwar grundlegendes Verständnis für die Sorgen und Nöte der Menschen entlang der Trasse an, blieb jedoch sehr unkonkret, individuelle Lösungsansätze betreffend. Immerhin versprach der Minister, Verschwenkungen zu prüfen und auch zu ermöglichen. Leider zeigt sich indes jedoch die Vorhabensträgerin Amprion GmbH mitnichten gewillt, diesen Vorgaben zu entsprechen. Eine Erhöhung des Drucks von politischer Seite wäre daher unerlässlich. ( Edit: Die am 4.4.2019 verabschiedete Neufassung des NABEG sieht die Möglichkeit zur Verschwenkung ausdrücklich vor. In der Begründung des Gesetzestextes wird darauf als Mittel verwiesen, um eine möglichst große Akzeptanz an kritischen Punkten des Leitungsausbaus zu ermöglichen.)

Hans Hilbert von der BI Niedernhausen/Eppstein hat im Anschluss an den Besuch des Bundesministers in dem hier bereit gestelltem offenen Brief an Herrn Altmaier und Herrn Homann die offensichtlichen Gefahren und Schwächen der Ultranetplanung noch einmal dezidiert aufgezeigt und auf den Punkt gebracht.