ZUKUNFT GEHT ANDERS
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Mit dem Projekt „Ultranet“ soll weltweit erstmalig Gleich- und Wechselstrom gemeinsam auf einem Mast übertragen werden.

WAS IST DAS PROBLEM?

  1. Weltweit erstmals soll in dem Projekt „Ultranet“ die Übertragung von Gleich- und Wechselstrom auf den selben Masten, den sogenannten Hybridmasten erfolgen. Ultranet wird rund 2000 Megawatt elektrische Leistung entlang dicht besiedelter Wohngebiete als reine Freileitung übertragen.
     
  2. Trotz des – durch das Grundgesetz verankerte – Vorsorgeprinzips fehlen Humanstudien über die Auswirkungen der Hybridleitungen, wie von der Strahlenschutzkommission angemahnt. Etwa eine dreiviertel Million Menschen entlang der Trasse werden so gegen ihren Willen durch Ultranet Teil eines inhumanen Feldversuchs.
     
  3. Anders als in den anderen Großprojekten des Leitungsausbaus und entgegen des im Grundgesetz verankerten Gleichbehandlungsrechts ist im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW eine Erdverkabelung von vorneherein und generell ausgeschlossen worden (keine Kennzeichnung E). Auch die anstehende Novellierung des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes (NABEG) wird nach Aussagen von Bundesminister Altmaier daran nichts ändern. Dabei gäbe es jetzt die Chance, damit mehr Akzeptanz zu schaffen!
     
  4. Entgegen sämtlicher Einwände der Bevölkerung wird der vom Bundesamt für Strahlenschutz empfohlene Mindestabstand von 400 Metern zur Wohnbebauung mit Verweis auf die Nutzung von „Bestandstrassen“ nicht eingehalten. Die sogenannten Bestandstrassen werden jedoch, wie in Pulheim geschehen, in einem vorgelagerten und offiziell von Ultranet entkoppelten Planungsverfahren erst für Ultranet fit gemacht.
     
  5. Die Trassen der anderen Großprojekte des Leitungsausbaus verlaufen fast geradlinig von Nord nach Süd. Ultranet stattdessen verschwenkt nach Westen zu den Braunkohlekraftwerken. Unter dem Vorwand der Energiewende werden also neue Leitungen zum Transport von Braunkohlestrom gebaut.
     
  6. Ultranet wird letztendlich vom Stromkunden bezahlt. Also zahlen wir auch die Rendite von ca. 9 % für Amprion und Co. und die Gewinne von RWE aus internationalem Stromhandel.
     
  7. Zitat Website BMWi: „Künftig werden die neuen Stromautobahnen (HGÜ-Leitungen) bevorzugt als Erdkabel statt Freileitung gebaut. Der Vorrang betrifft vor allem die großen Nord-Süd-Trassen wie SuedLink oder SuedOst- Link. HGÜ-Freileitungen sind allgemein dort verboten, wo Menschen wohnen. Hier muss ein Abstand von mindestens 400 Meter zur Wohnbebauung im sogenannten Innenbereich (zum Beispiel Stadt oder Dorf) oder 200 Meter zu Wohngebäuden im sogenannten Außenbereich eingehalten werden.“

Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum das explizit genannte Verbot nicht für die HGÜ-Leitung Ultranet gelten sollte!
 

WAS WIR FORDERN

  1. Stärkere Förderung alternativer Strategien und Lösungsansätze im Rahmen einer dezentralen Energiewende, die nicht auf überdimensionierten Netzausbau für den europäischen Stromhandel setzt.
     
  2. Kein Bau von Ultranet ohne unabhängige Wirtschaftlichkeitsprüfung/Verifizierung des konkreten Bedarfs.
     
  3. Kein Bau von Ultranet ohne gesetzliche Grundlage (Aarhus-Konvention).
     
  4. Keine Inbetriebnahme/Bau von Ultranet ohne Vorliegen ausreichender Humanstudien gemäß Empfehlung der SSK, insbesondere was die Thematik der Korona Ionisierung angeht, für die es bisher nicht einmal Grenzwerte gibt.
     
  5. Keine Inbetriebnahme/Bau von Ultranet ohne Vorliegen eines Nachweises absoluter gesundheitlicher Unbedenklichkeit durch die vom BfS in Auftrag gegebenen aktuellen Studien.
     
  6. Gesetzesänderung, so dass Erdkabelvorrang und Mindestabstandsregelung für die gesamte Trasse gelten.
     
  7. Trassenführung über bekannte und bereits vorgeschlagene Ausweichkorridore.
     
  8. Für Pulheim: Weiträumige Verschwenkung der Ultranet-Leitung und der dafür benutzten Hybridmasten um die Ortsteile Geyen und Brauweiler herum, um möglichst einen Mindestabstand von 400 Metern zu Wohnbebauung zu gewährleisten.
     
  9. Einhaltung des gesetzlich garantierten Gleichheitsprinzips und des Vorsorgegrundsatzes durch den Gesetzgeber.
     

WIR SIND NICHT ALLEIN

Entlang der Trasse formiert sich wachsender Widerstand. 20 Bürgerinitiativen verschiedener Kommunen über drei Bundesländer hinweg haben sich zum Aktionsbündnis Ultranet zusammengeschlossen.

 

TERMINE
Donnerstag, 16.05.2019
Live-Sendung! WDR 5 "Stadtgespräch" in Pulheim-Geyen

„Energiewende auf unsere Kosten? Bürger kämpfen gegen neue Stromtrassen“
 
Der WDR möchte mit dieser Live-Sendung aus der Reihe „Stadtgespräch“ unsere Bürgerinitiative zum Anlass nehmen, grundsätzliche Fragen zu beantworten:

  • Welche neuen Stromtrassen sind für NRW im Zuge der Energiewende geplant?
  • Wie wird die Bevölkerung bei der Planung beteiligt?
  • Gibt es Alternativen zum oberirdischen Stromtransport, z. B. Erdkabel?
  • Gehen von den geplanten Leitungen Gesundheitsrisiken aus?

Für das Podium sind Landespolitiker, Vertreter der Firma Amprion sowie Wissenschaftler vom Bundesamt für Strahlenschutz angefragt.
 
Die Sendreihe „Stadtgespräch“ auf WDR 5 setzt außerdem auf rege Publikumsbeteiligung; Es wird mit etwa 200 Besuchern/innen gerechnet.

Die Moderation übernehmen Thomas Koch (Podium) und Friederike Müllender (Publikum).
 
Donnerstag, 16.05.2019, von 20.05 Uhr bis 21.00 Uhr in Pulheim-Geyen im Blumenweg

AKTUELLES
Newsletter 2/2019
03.07.2019

Liebe Mitstreiter, Freunde und Interessierte,

kurz vor den großen Ferien in NRW wird es Zeit für einen neuen Newsletter in Sachen Ultranet. Schon ist die erste Hälfte des Jahres 2019 ins Land gegangen. Wir haben in diesen sechs Monaten dem Protest gegen die im Raum stehende Planung für die HGÜ Hybridtrasse Ultranet weiter ein Gesicht gegeben. In dieser Zeit gab es Treffen mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Bareiß (MdB, CDU), Besuche von Bundes- und Landespolitikern, eine Reihe von Informationsveranstaltungen, bei denen wir unsere Öffentlichkeitsarbeit sehr erfolgreich weiterverfolgen konnten, diverse Gespräche mit der Stadtverwaltung, eine Live-Sendung im WDR Radio sowie diverse TV-Beiträge.

Unser Ziel – und das der Stadtverwaltung Pulheim – ist klar umrissen: Für den Ortsbereich Pulheim Geyen kann nur eine alternative Trassenführung eine Lösung bringen. In Abstimmung mit der Stadtverwaltung wurde ein Vorschlag in Form einer Verschwenkung entwickelt. Diese würde sowohl den Bereich Blumenweg/Domkreuz/Mittelweg als auch den Bereich Parkstraße/Baadenbergstraße bis hin zum Nellesweg entlasten. Mit der alternativen Trassenführung würde die Versetzung von mindestens vier der zwischen 75 und 90 Meter hohen Masten einhergehen, die sich derzeit noch in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung befinden.

 

WDR 5 Stadtgespraech und Strommast
17.05.2019

Am 16.05.2019 sendete WDR 5 aus dem Blumenweg in Pulheim-Geyen ein "Stadtgespräch" mit dem Titel:

"Energiewende auf unsere Kosten? Bürger kämpfen gegen neue Stromtrassen"

Den Moderatoren Raplh Erdenberger und Frederike Müllender gelang es, mit den geladenen Gästen auf der Bühne:

  • Prof. Andreas Pinkwart (Energieminister NRW)
  • Sebastian Locker (PBU e.V.)
  • Klaus Wewering (Amprion)
  • Prof. Alexander Lerchl (Biologe)

und den über 200 besorgten Bürgern, eine emotionale Diskussion zu führen und dabei innerhalb von einer Stunde den Bogen von der Sinnhaftigkeit des Ultranets im Allgemeinen bis hin zur Kernfrage in Pulheim im Speziellen zu spannen:

Warum wird der – sich aus dem Vorsorgeprinzip gebotene – Abstand zur Wohnbebauung nicht eingehalten, obwohl Platz im vorgegebenen Trassenraum vorhanden ist?


Hören Sie hier das gesamte Stadtgespräch (60 Minuten)

 

Um Herrn Prof. Andreas Pinktwart für seine Teilnahme an der Diskussion zu danken aber auch um lösungsorientiert im Dialog zu bleiben, hat sich die PBU e.V. am 17.05.2019 mit einem offenen Brief an Herrn Prof. Andreas Pinktwart gerichtet.

 

BITTE UNTERSTÜTZEN SIE UNS DURCH IHRE SPENDE!
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